Martin Simpson spielt auch Banjo

Martin Simpson

[ein Artikel zum Themenschwerpunkt Clawhammer Banjo]

Martin Simpson gilt als einer versiertesten Fingerstyle- und Bottleneck-Gitarristen der britisch/amerikanischen Folkszene, er beeindruckt darüberhinaus auch als Songschreiber und Sänger. Geboren und aufgewachsen in England lebte er zwischenzeitlich für 15 Jahre in den USA. Von June Tabor bis Steve Miller hat er schon mit vielen namhaften Musikern zusammengearbeitet.

Nur mit dem Banjo habe ich ihn lange Zeit nicht zusammengebracht.
Selbst auf seinen Gitarrenworkshops greift er schon mal zum Banjo. Vermutlich um Techniken zu zeigen, die er auf die Gitarre übertragen hat („Guitar frailing“). Was er hier genau mit seiner rechten Hand anstellt, kann ich nicht feststellen, die „Klaue“ öffnet sich jedenfalls häufig und er scheint mehrere Finger einzusetzen, evt auch Upstrokes (?)):

Mit 12 spielte Martin Simpson Gitarre, mit 13 Jahren Banjo und mit 14 Jahren hatte er seinen ersten bezahlten Auftritt. Das Banjo hat ihn also schon lange begleitet und es finden sich auch entsprechende Aufnahmen auf vielen seiner Alben.

LISTEN: House Carpenter (Kind Letters(2005)) (Quelle: http://www.martinsimpson.com/shop/cds/kind_letters/)

Hier das eigene Stück Pretty Crowing Chicken aus dem Album Album Prodigal Son (2007)

Auf seinem noch aktuellen Album Purpose & Grace (erschienen 2011) findet sich der Song Banjo Bill, geschrieben zu Ehren von Banjo Bill Cornett aus Hindman, Kentucky.  Der Text basiert auf einem Selbstmitschnitt von 1958, der erst 2002 wieder auftauchte und schließlich von John Cohen veröffentlicht wurde.

“This is Banjo Bill Cornett, I’m at home today, thirteenth day of February 1958. Here by myself, nobody but me around and that’s when I usually play the banjo and sing and whatever. My children grew up, and they fell for this rock’n’roll music – honky tonk music whatever you might call it. I don’t like that and I catch them all gone, my wife gone and then I carry on to suit my own self and I’m a making this record to give somebody – I don’t know who I’ll give this recording to, I want to give it to someone who will keep it and if there’s any people after I’m gone who’d like to hear my carrying on as far as my singing and banjo playing is concerned, I’d like them to keep it.“

Auch live kann man Martin Simpson am Banjo erleben. 2004 überraschte er gar das Publikum bei einem Auftritt in Nettlebed, Oxford, als er den ganzen Abend Banjo spielte und die Gitarre nicht anfasste.
Zum Abschluss eine Liveaufnahme des Martin Simpson Trios (mit Andy Cutting und Andy Seward). Es startet mit dem „Mike Waterson“-Stück Three Day Millionaire bevor Martin Simpson zum Banjo greift. Don’t Leave Your Banjo in the Shed Mr. Waterson schrieb er zu Ehren des verstorbenen Mike Waterson und dessen Banjos. Besagtes (fretless) Banjo hatte Martin Simpson 35 Jahre zuvor begeistert, es fristete aber inzwischen ein trauriges Dasein im Schuppen bei den Watersons. Für das Versprechen, das Banjo entsprechend wieder herzurichten, kam es schließlich in den Besitz von Martin Simpson.

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