Dirk Powell – Renaissance Mountain Man

Dirk Powell

[nach langer Zeit wieder ein Artikel zum Themenschwerpunkt Clawhammer Banjo]

Eine verpasste Gelegenheit. Am 3.6.2012 hätte ich ihn live hören können, als er als Begleitmusiker von Joan Baez in der Jahrhunderhalle in Frankfurt Station machte. Dirk Powell, über den Joan Baez sagt: „God gave this one an overdose of talent.“

Sein Song Waterbound erschien 2004 auf dem Album TIME AGAIN und findet sich heute im Repertoire vieler Musiker.

Ein Jahr zuvor war der Soundtrack zu Cold Mountain erschienen und Dirk Powell ist bei sechs Stücken mit dem Banjo vertreten. Und schon einige Zeit davor war das Album Songs from the Mountain erschienen. Tim O’Brien zusammen mit Dirk Powell und John Herrmann interpretieren Stücke, die direkt oder indirekt im Roman Cold Mountain von Charles Frazier auftauchen: „a living link to the past and the Scots/Irish and English immigrants who settled the (western North Carolina) area in the late 1700s.“ Auf diesem Album spielet Dirk vor allem Fiddle, aber auch Piano und Banjo.
Mit Tim O’Brien ist Dirk Powell oft zu hören, Tim nennt ihn „my musical hero„.

Dirk Powell stammt aus einer kleinen Stadt in der Nähe von Cleveland, Ohio. Mit 8 Jahren beginnt er auf dem Klavier, mit 10 spielt er Bach-Stücke auf dem Cembalo. Aber er spürt bald, dass die klassische Musik nicht seine Bestimmung ist, bei der es mehr um Formen, Techniken und Übungen statt um das eigentliche Muskikmachen geht. Es ist vor allem der Einfluss seines Großvaters James Clarence Hay aus Ost-Kentucky, der ihn zur Mountain-Musik bringt. Dieser hatte selbst in jungen Jahren Musik gemacht, musste es aber aufgeben, um seine Familie durchzubringen. Während Dirk Powell auf der einen Seite dankbar ist, dass er selbst in Ohio in besseren Verhältnissen aufwachsen durfte, findet er andererseits bei seinem Großvater zurück zu seinen Wurzeln. Und das ist vor allem das schottisch/irische Erbe der Menschen, die Mitte des 18. Jahrhunderts in den Mountains siedelten. Bei all seiner späteren Vielseitigkeit bleibt die „Appalachian Music“ seine „erste Sprache“.


In den folgenden Jahren zieht er viel umher, spielt alleine und in Bands, bei Tanz- und anderen Veranstaltungen. Er bereist die Ostküste und landet in Northcarolina. Es gibt kaum ein Instrument, dass er nicht beherrscht: Banjo, Fiddle, akustische und elektrische Gitarre, Bass, Klavier, Keyboard, Mandoline, Fife, …
1989 lernt er bei einem Festival in West Virginia die Cajunmusik des legendären Dewey Balfa kennen und lieben. Als dieser 1992 stirbt bildet er mit dessen Töchtern die Cajun Band Balfa Toujours und führt die Tradition weiter, später heiratet er Christine Balfa. Dirk Powell ist Preisträger und Lehrmeister des Cajun Accordion und beherrscht auch auf der Fiddle die Cajun-Spielweisen.
Dirk Powell hat bei einer Reihe von Filmen bei der Musik mitgewirkt, er besitzt ein eigenes Musikstudio in Louisiana, wo er heute lebt, und er nimmt dort auf und/oder produziert zahlreiche Künstler. Mit Lousiana Crossroads produziert er eine „roots-music“ TV Serie.

Dirk Powell gilt heute als einer der hervorragendsten Vertreter der traditionellen amerikanischen Musik, der aber die Tradition weiterführt und erneuert.

Proof that the circle remains unbroken. —Washington Post

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s