Mark Johnson – Clawgrass Banjo Man

Am 24. September waren in der David Letterman Late Show ungewöhnliche Klänge zu hören: Clawhammer Banjo! Anlass war die Verleihung des „Steve Martin Award for Excellence in Banjo & Bluegrass“ 2012 an Mark Johnson. Dazu gab es einen Scheck über $50.000. Seine Freude und Überraschung kann man auf Banjoman Dan’s Blog nachlesen.

The award goes on to state “The recipient is a person or group who has given us a fresh appreciation of this (5-string banjo/bluegrass) music through artistry, composition, innovation, and preservation.“

Und hier sind Steve Martin, Mark Johnson & Emory Lester zu hören mit „Forked Deer“:

Clawgrass ist der Titel der ersten Solo CD 1992 von Mark Johnson, die er zusammen mit den Rice Brothers (Tony Rice!), direkte Nachbarn an seinem Wohnsitz in Florida,  und anderen Freunden eingespielt hat. Clawgrass steht für die Verbindung von Clawhammer Banjo und Bluegrass Music. Mark Johnson selber beschreibt diesen Stil als „a mixture of bluegrass, folk, old time, and progressive acoustic claw-hammer„.

It really began as an experiment. I had an idea in my mind to bring clawhammer more to the mainstream; I wanted to apply it to the bluegrass new-acoustic folk sounds that the Rice Brothers were playing. … (My music) it has a bit of everything: bluegrass, folk new-acoustic, and progressive clawhammer.  – Banjo Newsletter, July 1995

Der Titel seines 97er Albums – Bridging the Gap – wird oft benutzt um seine Musik zu beschreiben: als die Verbindung („missing link“) zwischen Bluegrass und Old-time Music. Die Vertreter dieser Richtungen sind sich nicht immer grün. Während sich viele Bluegrasser als direkte Nachfahren und natürliche Erben der Oldtime Music sehen, finden viele Oldtimer ihre Tradition noch sehr lebendig und für sie ist Bluegrass ein kommerzielles, städtisches Genre, das einst erst durch Rundfunk und Schallplatte möglich wurde. Auf der Website von Dwight Diller, einem Oldtime Banjo- und Fiddlespieler aus West Virginia, findet sich ein sehr lesenswerter Artikel von Allen Feldman dazu mit dem Titel Why Bluegrass and Old Time Are Not The Same. Andererseits berichtet Chance McCoy, jüngster Neuzugang (Fiddle, Gitarre, Sänger) bei der Gruppe Old Crow Medicine Show, in einem Interview auf dem Hearth Music Blog, dass viele ältere Musiker in West Virginia mit den Begriffen wenig anfangen können, teils durcheinanderbringen. Sie spielen einfach ihre „old songs“: „Most of the people in West Virginia, for them it’s just music. They don’t even have boundaries between Bluegrass and Old Time; that doesn’t even exist really“.

Auch wenn also ein Graben zwischen den Musikrichtungen, oder vielleicht besser zwischen dahinterliegenden Auffassungen vom Musikmachen, durch die Musik von Mark Johnson nicht wirklich überwunden wird, hat er gezeigt, dass das Clawhammer Banjo auch im Bluegrass-Kontext bestehen kann. Was macht nun den Unterschied? Während das Spiel des Clawhammer Banjo traditionell eher von der Fiddle Musik beinflusst ist, nennt Mark Johnson für seinen Clawgrass Stil die moderne Bluegrass Gitarre als prägend. Sein Spiel beruht bis in hohe Lagen hinein mehr auf Akkordgriffen, er nutzt Rolls und Melodieläufe. Er bevorzugt einen helleren, obertonreichen Klang beim Banjo. Den liefert etwa sein 1929 Vega Tubaphone Banjo oder das Deering Clawgrass Banjo,  das als eigenes Modell entstand. Und er schwört auf seine zwei künstlichen Fingernägel aus Acryl. Wer die Spieltechniken von Mark Johnson nachvollziehen will, sollte sich seine Clawgrass Lehr-DVD bei Homespun mal anschauen und natürlich seine Aufnahmen anhören.

Hier sind Mark Johnson und sein Partner Emory Lester zu hören mit dem Lied „The dark and rolling sea“ von Al Stewart:

Mark Johnson & Emory Lester – John Wilks Booth. Wunderschön!

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