Sam Amidon – Junger Wilder aus Vermont

In der Themenreihe Clawhammer Banjo möchte ich diesmal (und in einigen weiteren Beiträgen) eher ungewohnte Beispiele zeigen. Dabei gab es schon immer ausgesprochene Individualisten unter den Banjospielern mit einem sehr eigenen exzentrischem Stil, Doc Boggs oder Roscoe Holcomb etwa. Und die Grenzen von Musikrichtungen wie Old-Time, Bluegrass, Blues, Jazz, etc (oftmals auch aus Vermarktungsgründen gezogen) reizen zum Nichtbeachten.
Spannend z.B. wie sich gerade Bluegrass und Rap begegnen.  Gangstagrass ist da ein Beispiel: „The worlds greatest Bluegrass Hip-Hop Band„.

Zu Sam Amidon im Telegrammstil:  1981 geboren, Eltern sind beide Folkmusiker, in Vermont(New England) aufgewachsen , beginnt Geigenspiel mit 3 Jahren, mit 11 Jahren kommt er vom New England Fiddle Style zur Irish Music („I wanted to go to the Source“), Ende der 90er Jahre erste CD mit Solo Traditional Irish Fiddling (Fiddler Magazine: „‚Solo Fiddle‘ will do much to establish Sam as a musician of high caliber.“), mehrere andere Irish/contra dance band Alben, neben Fiddle spielt er Banjo und Gitarre, lebt heute in New York, spielt auch in indie-rock bands, aber letzten Monat z.B. auch wieder „brave“ Fiddle-Begleitung bei Auftritten von Emmylou Harris.

Tief verwurzelt in der reichen musikalischen Kultur der Appalachen entdeckt er die alten Lieder neu, zerlegt sie und interpretiert sie auf seine ganz eigene Art. Dabei durchbricht er vermeintliche Grenzen und bewegt sich irgendwo zwischen Old-Time und Free Jazz.

Amidon is a 21st-century experimentalist caught in a folkie’s body – Time Out NY – Sam Amidon at 92YTribeca (April 12th 2010)

Hier experimitiert er mit Bill Frisell,  der als einer der individualistischsten und innovativsten Gitarristen gilt:

Die verschiedenen Bezeichnungen, die sich für die Musik von Sam Amadon finden, zeigen eher die Hilflosigkeit der Einordnung:  neofolk, avant-folk, indie folk, experimental folk. Aber zugegeben: Der gemeinen Folkie (wie ich) muss die Ohren schon etwas öffnen. Für mich ist bemerkenswert, dass Sam Amidon nicht versucht, akrobatisch „fremde“ Töne auf dem Banjo zu produzieren. Vielmehr werden die Eigenheiten des Clawhammer Banjos in andere musikalische Genres eingebracht und integriert.

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Ein Kommentar zu “Sam Amidon – Junger Wilder aus Vermont

  1. […] Galak-Tika, old time stringband, Jazz Trio und Klassisches Orchester. Und das erinnert irgendwie an Sam Amidon, mit dessen Musik sich Shane Leonard auch verbunden […]

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